Aschermittwoch Bedeutung

Der Schädel brummt wie ein Presslufthammer. Die Aspirin Tabletten liegen offen auf dem Nachttisch. Das Wasserglas ist umgekippt. Überall auf dem Boden liegen wild verstreut die Klamotten herum.
„Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld“.
Das resümiert nicht nur der feierwütige Jecke, sondern auch der Mitarbeiter der städtischen Straßenreinigung.
Die (Fast-) nacht im Kölner Karneval war mal wieder lang.
Zu lang.
Während der „Narr“ sich langsam und vollkommen verkatert aus seinem Bett erhebt, um wieder Ordnung in seinen Alltag zu bringen, hat es andere schon in die Kirche getrieben.

Mit dem Aschermittwoch ist alles vorbei

Denn es ist ja schließlich Aschermittwoch. Der Tag, an dem das sündige, ausschweifende närrische Treiben ein Ende hat.
Der Tag, der im christlichen Glauben den Beginn der 40- tägigen Fastenzeit markiert.
Der Tag der Umkehr und er Buße.
Jesus wanderte 40 Tage lang durch die Wüste. In Gedenken an sein Leiden soll der gute Christ auf eine üppige (fleischliche) Kost und den Verzehr von Alkohol verzichten.

Asche zu Asche

Nicht jeder ist dazu automatisch in der Lage. Selbst bibeltreuen, gläubigen Christen, fällt es zunehmend schwerer sich der 40- tägigen Fastenkur zu unterziehen.
Denn Verlockungen lauern an jeder Ecke. Die Rund- um die Uhr Gesellschaft ermöglicht überall, an jedem Tag zu jeder Uhrzeit den Zugriff auf alle Konsumgüter, die das Herz begehrt.
Geht nicht, gibt’s nicht.
Wer aber dennoch seinen inneren Schweinehund überwinden will, dem hilft der Glaube daran, dass der Mensch nur Staub ist. Der Priester erinnert einen bei der Spende des Aschenkreuzes auf die Stirn im Gottesdienst mit den Worten: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ noch einmal explizit an die Vergänglichkeit des eigenen Lebens.

Die Geschichte des Aschermittwochs

Zuvor segnet er jedoch noch die Asche, die aus den verbrannten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen wurde, mit Weihwasser.
Eine Tradition, die schon seit dem 11 Jahrhundert so praktiziert wurde. Während bis zum 11 Jahrhundert das Aschekreuz das Erkennungszeichen für die aus der Kirche ausgegrenzten Sünder war, wurde es auf Vorschlag des Papstes Urban II bald als Sakrament für alle Christen zur Umkehr eingeführt.Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/714/

Aschermittwoch: Roman

Aschermittwoch: Roman

Hawke, Ethan: Aschermittwoch. Köln, Kiepenheuer & Witsch 2002. 315 S. Ppbd. m. Schutzumschlag. Buchblock etwas schiefgelesen. Von Hawke signiert. Die Entscheidung, eine eigene Familie zu gründen ist nicht nur eine Frage der Liebe. Man schleppt eine Menge Gepäck mit sich — Familiengeschichte, Komplexe, Ängste, Träume. “Zu wissen, wer man ist, und dies auch akzeptieren zu können — das ist eine Lebensaufgabe.” So banal diese Erkenntnis ist, so berührend schildert Ethan Hawke, wie zwei junge Menschen mit ihr und miteinander umzugehen versuchen. In Aschermittwoch, dem zweiten Roman des vielseitigen Schauspielers (Dead Poets Society, Reality Bites) geht es um die großen Themen des Lebens: Glück, Vertrauen, Selbsterkenntnis, Verantwortung.

“Die Leute reden immer davon, wie sehr sie jemanden lieben und wie wichtig die Liebe ist. Aber was sind sie bereit, dafür zu tun? Meistens gar nichts.” Jimmy hingegen würde alles tun, damit Christy ihm endlich glaubt, dass er bereit ist, sich zu ändern und sie zu heiraten.

Die Probleme fangen damit an, dass Christy gar nicht mehr so sicher ist, ob sie Jimmy wirklich heiraten will. Erst hat er nicht gemerkt, dass sie schwanger ist, und dann hat er sie auch noch sitzen lassen. Bis er nach acht Tagen reumütig wieder ankam. Ob so jemand der richtige Vater für ihre Tochter ist? Auf einer langen Autofahrt, die von Kingston über Manhattan, Cincinatti, New Orleans bis nach Houston führt, kämpfen Jimmy und Christy mit sich — miteinander: um die Liebe.

“Wie wäre es”, fragt sich Christy, “wenn wir einander nur lieben und so wahrhaftig wie möglich zusammenleben könnten, anstatt irgendeiner Vorstellung entsprechen zu wollen, wie eine Beziehung auszusehen hat?” Wenn man es fertigbrächte, den anderen stets als eigenständigen Menschen zu sehen, anstatt ihn immer nur in Bezug auf die eigene Person zu beurteilen? “Ich wollte niemanden, der nur deshalb bei mir blieb, weil er es mir vor achtzehn Jahren oder so einmal versprochen hatte.”

Die Perspektiven ändern sich wie das Leben selbst. “Als ich sieben Jahre alt war, habe ich mir geschworen, niemals Sex zu haben”, erinnert sich Christy. “Mit elf Jahren erschien es mir unvorstellbar, dass ich jemals heiraten oder einen Beruf ausüben würde. Und jetzt kann ich mir den Tod nicht vorstellen.” Doch letztlich hängt alles davon ab, ob wir bereit sind, “das Leben zu lieben, das wir haben, anstatt andere um ihres zu beneiden”. Ob wir fähig sind, Veränderungen zu akzeptieren. Aber woher wissen wir, was für uns gut ist? Und haben wir wirklich den langen Atem, den es braucht? “Ich will dir nur sagen”, warnt Christy ihre große Liebe, “wenn du versuchen willst, mich nach Hause zu bringen, ist das ein langer Weg.”

Treue hin, Kinderwunsch her — am Ende ist das die große Entscheidung, die man zu treffen hat: Ob man nämlich einem anderen Menschen “das Einzige schenken” will, “was wir wirklich zu geben hatten: unsere Zeit”. Die Liebe, erkennt Jimmy, kann nur glücken, wenn beide den Gedanken bejahen, einander “die Minuten unseres Lebens zu schenken”.

Müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich Hollywood das entgehen ließe. Trotzdem: schönes Buch. –Axel Henrici

Unverb. Preisempf.: EUR 19,90

Preis: EUR 11,95

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